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	<title>Hotline Social Media Krise - keine Angst vor dem Shitstorm</title>
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		<title>Warum Wertschätzung der Schlüssel ist und große Resonanz für einen &#8220;Shitstorms&#8221; nicht ausreicht</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 03:34:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirko Lange</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teaser]]></category>

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		<description><![CDATA[Anbei die Folien eines Vortrags, den ich am 05. Dezember 2011 in Hamburg auf der Social Media Conference gehalten habe, der aber noch immer aktuell ist. Ich habe ihm auch noch einige weitere Gedanken hinzugefügt. Wir waren damals gerade im Auftrag der Deutschen Bahn unterwegs auf einer &#8220;Bloggertour&#8221;, um den &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/was-wertschatzung-mit-shitstorms-zu-tun-hat/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anbei die Folien eines Vortrags, den ich am 05. Dezember 2011 in Hamburg auf der <a href="http://www.socialmediaconference.de/" target="_blank">Social Media Conference</a> gehalten habe, der aber noch immer aktuell ist. Ich habe ihm auch noch einige weitere Gedanken hinzugefügt. Wir waren damals gerade im Auftrag der Deutschen Bahn unterwegs auf einer &#8220;Bloggertour&#8221;, um den Launch der <a href="http://www.facebook.com/dbbahn" target="_blank">Facebook-Aktivitäten</a> vorzubereiten. Wir hatten aus den Erfahrungen mit dem <a href="http://www.taz.de/!59964/" target="_blank">Chefticket </a>gelernt und wollten nach dem Start der <a href="https://twitter.com/#!/db_bahn" target="_blank">Twitter-Aktivitäten der Bahn</a> heftige Kritik auf Facebook oder &#8220;Pinnwand-Hijacking&#8221; vermeiden. Vor diesem Hintergrund hatte ich die Grundlagen dafür vorgestellt, warum wir uns mit der Bahn so intensiv mit den Kritikern und Kunden beschäftigten.</p>
<h4><object type='application/x-shockwave-flash' wmode='opaque' data='http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?id=12694412&doc=111206socialmediaconference-120425222038-phpapp01' width='660' height='541'><param name='movie' value='http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?id=12694412&doc=111206socialmediaconference-120425222038-phpapp01' /><param name='allowFullScreen' value='true' /></object></h4>
<h4><strong>Die These: mangelnde Wertschätzung führt zu negativer Resonanz</strong></h4>
<p>Die wichtigste These in diesem Vortrag ist, dass negative Resonanz so gut wie immer mit mangelnder Wertschätzung zu tun hat. Menschen im Social Web reagieren stark darauf, wenn sie so behandelt werden, als ob sie nichts wert sind &#8211; und andere solidarisieren sich dann schnell. Das erkennen zu können ist eine Frage von Empathie. Negative Resonanz entsteht vor allem dann, wenn sich Menschengruppen als &#8220;unbedeutend&#8221; behandelt fühlen oder sehen, wie &#8220;Artgleiche&#8221; so behandelt werden, zum Beispiel wenn jemand:</p>
<div>
<ul>
<li>sie respektlos behandelt,</li>
<li>sie belügt oder hinter das Licht führt,</li>
<li>Macht über sie ausüben will,</li>
<li>ihre berechtigten Interessen ignoriert,</li>
<li>oder sich nicht einmal für ihre Interessen (als Betroffene) interessiert,</li>
<li>ihre Rechte beschneidet</li>
<li>oder sie einfach ignoriert.</li>
</ul>
<h4><strong>Inhaltliche Debatten &#8211; auch wenn sie heftig sind &#8211; sind keine Shitstorms</strong></h4>
</div>
<p>Davon abzugrenzen sind übrigens &#8220;Debatten&#8221;, also wenn bestimmte Gruppen bestimmte Interessen artikulieren oder gar durchsetzen wollen. Auch die können heftig sein, der Kampf kann hier mit harten Bandagen geführt werden, aber so lange man sich auf dieser sachlichen Ebene bewegt und gut argumentiert ist das eine ganz normale Geschichte demokratischer Willensbildung. Richtig ist, dass sich das zugrunde liegende Problem negativ auf die Reputation des Unternehmens auswirkt &#8211; zum Beispiel wenn <a href="http://www.social-media-krise.de/greenpeace-vs-nestle-gerechter-kampf-um-die-sache-oder-propaganda-ohne-rucksicht-auf-verluste/" target="_blank">Nestlé Palmöl für Kitkat</a> von einem Hersteller bezieht, der illegal den Urwald in Indonesien zerstört. Hier handelt es sich überwiegend nicht um ein Kommunikationsproblem. Hier hat das Unternehmen eine Entscheidung getroffen und muss nun entweder zu ihr stehen (dann muss man sie erklären), oder das Management muss die Entscheidung revidieren.  Problematisch wird es dann, wenn die Debatten auf die Beziehungsebene rutschen und Sie dort keine Figur gute machen. Denn das schadet der Reputation besonders. Vor allem, wenn man als betroffenes Unternehmen die Artikulation der Interessen nicht beachtet, trägt man schnell zur Eskalation bei: Denn in den Augen der Kritiker haben sie ja ein Recht darauf, beachtet zu werden.</p>
<h4><strong>Der Faktencheck - stimmt diese These wirklich?</strong></h4>
<p>Wir haben uns einmal ein paar Aufreger der letzten Monate angeschaut. Und wir wollen die These anhand der Beispiele belegen, die <a href="http://t3n.de/news/shitstorms-2011-grosten-aufreger-354013/" target="_blank">t3n Anfang des Jahres aufgelistet hat</a>.</p>
<ul>
<li>Bei &#8220;Nerdcore vs Euroweb&#8221; hatte Euroweb einen Blogger verklagt, weil er heftige Kritik an Euroweb geübt hatte. Die Konsequenzen, nämlich die Pfändung bei Nerdcore war deutlich überzogen. Die Blogger fühlten sich als Gruppe betroffen, weil sie um ihr Recht fürchteten, im Web kritisch sein zu dürfen.</li>
<li>Bei TelDaFax lehnte es TelDaFax einfach ab, auf die Kritik der Kunden einzugehen. Aktuelle (und potenzielle) Kunden fühlten sich betroffen, weil sie von einem Unternehmen erwarten, dass es auf die Probleme der Kunden eingeht.</li>
<li>Bei der &#8220;Plagiatsaffäre Karl-Theodor zu Guttenberg&#8221; beruhte die Empörung vor allem darauf, weil zu Guttenberg fortgesetzt die Menschen für dumm verkaufte und immer weiter dreist behauptete, er hätte nicht abgeschrieben. Es gab eine breite Resonanz, weil zu Guttenberg als Minister unser Land regiert.</li>
<li>Im Fall von &#8220;Pril schmeckt lecker nach Hähnchen&#8221; wurden einfach die Spielregeln willkürlich geändert. Die &#8220;Netzgemeinde&#8221; war breit empört, weil sie fürchtete, dass sie nicht mehr auf Gewinnspiele vertrauen können.</li>
<li>Beim &#8220;WWF-Shitstorm&#8221; hat die Organisation quasi die Kommunikation verweigert und wollte vertuschen. Gerade die Menschen, die den WWF als wichtige Institution verstehen, führten sich hinter das Licht geführt.</li>
<li>Im Fall von Schlecker hat der Unternehmenssprecher (scheinbar) eine Geringschätzung der Kunden zum Ausdruck gebracht. Und viele Menschen haben insgeheim Angst, dass sie aufgrund von schlechter Bildung &#8220;minderwertig&#8221; seien.</li>
<li>Bei &#8220;Adidas und den Tierquälereien&#8221; hat Adidas so getan, als ob sie das Thema  nichts anginge, und Adidas hat die Kritiker auch nicht wirklich ernst genommen.Die Kritiker fühlten sich absolut hilflos und suchten verzweifelt nach einem starken Partner in ihrem Kampf.</li>
</ul>
<p>Und es gibt noch weitere Belege:</p>
<ul>
<li>Beim &#8220;<a href="http://www.taz.de/!59964/" target="_blank">Chefticket</a>&#8221; wollte die Bahn nur Tickets verkaufen. Dass tausende Kunden echte Probleme mit der Bahn haben und auf der Pinnwand artikulierten, haben sie einfach ignoriert.</li>
<li>Bei den Problemen von <a href="http://www.social-media-krise.de/was-kuhlschranke-mit-spiegelneuronen-zu-tun-haben-krisenarbeit-im-social-web/" target="_blank">&#8220;Bosch Siemens Hausgeräte&#8221; (BSH) in China</a> hatte BSH nachdrücklich behauptet, die von einem Blogger monierten Probleme würden gar nicht bestehen und er mache nur einen Fehler bei der Aufstellung.</li>
<li>Auch die Empörung bei &#8220;Stuttgart 21&#8243; war letztendlich eine Frage mangelnder Wertschätzung. Den meisten Menschen ging es nicht um die Frage, was nun besser ist: Ein oberirdischer oder ein unterirdischer Bahnhof. Aber die Betroffenen sind nicht gefragt worden. Bei der Schlichtung durch Geißler ging es weniger um inhaltliche Fragen, sondern darum, dass den Gegner ein angemessener Respekt gegenüber gebracht wurde.</li>
</ul>
<h4><strong>Haben Sie dazu eine Meinung?</strong></h4>
<p>Kennen Sie weiter Beispiele, wo sich die These belegen &#8211; oder widerlegen lässt? Wir freuen uns auf Kommentare.</p>
<p>Autor: <a href="https://plus.google.com/114620560185021689616/posts" rel="“author“">Mirko Lange</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Großartig: Die Shitstorm-Skala von Feinheit oder &#8220;Der Wetterbericht für Social Media&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 15:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teaser]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Agentur &#8220;feinheit&#8221; aus Zürich in den Bergen (nicht etwas aus Sylt am Meer) hat diese Shitstorm-Skala entwickelt, die ich einfach nur großartig finde. Mein &#8220;Chapeau&#8221; geht an Daniel Graf und Barbara Schwede. Das PDF gibt es hier als Download. Alternativ können Sie auch auf das Bild klicken, dann öffnet sich &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/ganz-grosartig-die-shitstorm-skala/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Agentur &#8220;<a href="http://www.feinheit.ch/blog/2012/04/24/shitstorm-skala/" target="_blank">feinheit</a>&#8221; aus Zürich in den Bergen (nicht etwas aus Sylt am Meer) hat diese Shitstorm-Skala entwickelt, die ich einfach nur großartig finde. Mein &#8220;Chapeau&#8221; geht an <a href="https://twitter.com/#!/@feinheit" target="_blank">Daniel Graf</a> und <a href="https://twitter.com/#!/BarbaraSchwede" target="_blank">Barbara Schwede</a>. Das PDF gibt es <a href="http://www.social-media-krise.de/wp-content/uploads/2012/04/shitstorm-skala_1.pdf" target="_blank">hier als Download</a>. Alternativ können Sie auch auf das Bild klicken, dann öffnet sich eine Lightbox mit einem vergrößerten Bild. Das Learning: Bis Windstärke 3 lässt sich noch vieles mit Hausmitteln lösen. Ab dann wird es wirklich schwierig.</p>
<p>Aber interessant finde ich vor allem die Frage: Was führt dazu, das der Sturm immer stärker wird. Ich bin ja weiterhin davon überzeugt, dass das <a title="Social Media Krise?" href="http://www.social-media-krise.de/social-media-krise/">immer am (Fehl-)Verhalten</a> des Unternehmens liegt. Ein &#8220;Sturm&#8221; ist nicht kontrollierbar. Aber ob es so weit kommt liegt vollständig in der Macht des Unternehmens! Und deswegen ist die <a title="Die Hotline" href="http://www.social-media-krise.de/hotline/">Erstversorgung </a>so wichtig!</p>
<p><a href="http://www.social-media-krise.de/wp-content/uploads/2012/04/shitstorm-skala-1200.png"><img class="alignnone  wp-image-991" title="shitstorm-skala-1200" src="http://www.social-media-krise.de/wp-content/uploads/2012/04/shitstorm-skala-1200-724x1024.png" alt="" width="660" height="932" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bei Ferrero ist der Wurm drinnen: Wenn einem das Küsschen im Halse stecken bleibt</title>
		<link>http://www.social-media-krise.de/wenn-einem-das-kusschen-im-halse-stecken-bleibt/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wenn-einem-das-kusschen-im-halse-stecken-bleibt</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 14:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Das war für Sebastian Wille eine böse Überraschung: &#8220;Das kann ja wohl nicht wahr sein! Nachts noch schnell etwas naschen und dann sowas. Ein Ferrero Küsschen in den Mund geschoben und es hat komisch mehlig geschmeckt. Schnell in das Papier gespuckt und&#8230; siehe da: ein Wurm!!! Er hat sich sogar noch &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/wenn-einem-das-kusschen-im-halse-stecken-bleibt/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war für <a href="http://www.facebook.com/dergutewille" target="_blank">Sebastian Wille</a> eine böse Überraschung:<em> &#8220;Das kann ja wohl nicht wahr sein! Nachts noch schnell etwas naschen und dann sowas. Ein Ferrero Küsschen in den Mund geschoben und es hat komisch mehlig geschmeckt. Schnell in das Papier gespuckt und&#8230; siehe da: ein Wurm!!! Er hat sich sogar noch bewegt. Gut für ihn, aber nicht ich war entsetzt. Wie kann das sein?!? Ich bin echt enttäuscht!!!!!!!&#8221;</em> schreibt er <a href="http://www.facebook.com/photo.php?fbid=408510605840800&amp;set=o.145300212167392&amp;type=1" target="_blank">auf Facebook</a>. Und das ist nur zu gut verständlich.<br />
<img class="alignnone size-full wp-image-772" title="kuesschen" src="http://www.social-media-krise.de/wp-content/uploads/2012/04/kuesschen.jpg" alt="" width="660" height="400" />[pinit]<br />
Und Sebastian Wille macht das, was heute immer mehr Verbraucher machen, wenn sie ein Problem mit einem Produkt oder einem Hersteller haben: Sie machen es öffentlich, und nicht nur das, sie machen es <a href="http://www.facebook.com/ferrerokuesschen" target="_blank">auf der Fanpage des Produktes</a> oder des Hersteller öffentlich &#8211; da wo es alle anderen sehen können.</p>
<h4>Und wie reagiert Ferrero?</h4>
<p>Ferrero hat sechs Stunden gebraucht, um zu antworten. Wobei das allerdings schon sehr gut ist, denn das Posting kam um etwa 03:00 Uhr morgens. Allerdings ist die Reaktion alles andere als gut. Ferrero schreibt: <em>&#8220;Lieber Sebastian, vielen Dank für deinen Hinweis. Die Qualität unserer Produkte und eure Zufriedenheit haben für uns höchste Priorität. Um die Situation besser nachvollziehen zu können, würden wir dich daher bitten über www.ferrero.de/consumerservice Kontakt mit unserem Consumer Service aufzunehmen. Die KollegInnen helfen dir dann gerne weiter. Viele Grüße, dein Küsschen-Team&#8221;.</em> Und die Begründung, warum das nicht gut ist, liefern kurz darauf ein anderer Fan und Sebastian Wille selbst</p>
<p><strong>Carmen Bartholomae:</strong> <em>&#8220;Da hast du nun schon den Ärger mit dem Wurm und nun auch noch die Arbeit dich an den consulerservice wenden zu müssen &#8230; Da ist doch mindestens eine rieeeessssen Packung Küsschen fällig, oder?&#8221;</em></p>
<p><strong>Sebastian Wille</strong> <em>&#8220;Das mit dem Ärger sehe ich genauso! Schade, dass ich nur eine Standardantwort bekommen habe. Noch nicht mal eine Entschuldigung&#8230;&#8221;</em></p>
<h4>Die Reaktion von Ferrero ist schlecht, nicht empathisch &#8211; und gefährlich</h4>
<p>An der Reaktion von Ferrero seiht man, dass auch &#8220;Profis&#8221; oft genug das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen. Die Antwort enthält ein fast ein halbes Dutzend Fehler:</p>
<ul>
<li>Sich für einen Hinweise zu bedanken ist normalerweise nett: Hier wäre aber deutliche Bestürzung angemessen gewesen</li>
<li>Ein Satz wie &#8220;Die Qualität unserer Produkte und eure Zufriedenheit haben für uns höchste Priorität.&#8221; kommt sichtbar aus dem Lehrbuch und klingt hier wie Hohn.</li>
<li>Der Hinweis auf den Consumer Service klingt danach, als wolle der Community Manager den Fall einfach nur loswerden &#8211; er ist ja nicht zuständig</li>
<li>Wie Sebastian selbst sagte: Kein Wort der Entschuldigung</li>
<li>Und eine fröhliche Verabschiedung &#8221;Viele Grüße, dein Küsschen-Team&#8221; ist nicht weniger unangemessen, oder?</li>
</ul>
<h4>Und ist das jetzt eine Krise?</h4>
<p>Nein, das ist wohl noch keine Krise. Auf das Posting gibt es derzeit 40 Kommentare und ebenso viele Likes. Also noch keine große Resonanz. Allerdings hat die Seite auch knapp 270.000 Fans. Das ist ein Stein. So oder so tut es wohl der Reputation von Ferrero nicht gut. Es wirkt unprofessionell, wie das Unternehmen hier agiert. Genau das wäre ein Fall gewesen für die &#8220;Social Media Hotline&#8221;. Die Antwort hätte man in einer halben Stunde deutlich besser, deutlich empathischer formulieren können. Fünf Stunden später hat das Ferrero Team dann noch mal &#8220;nachgebessert&#8221; und sich auch entschuldigt &#8211; wobei auch dieser Post nicht preisverdächtig ist. Ferrero bittet &#8220;um Verständnis&#8221;, und das ist in diesem Fall wohl nicht besonders angebracht. Gegen &#8220;würgen&#8221; hilft kein Verständnis. Klar, das Bild kann auch gefälscht sein, und Ferrero kann sicher nicht gleich alles &#8220;zugeben&#8221;. Aber man kann es eben doch eleganter lösen. Keine große Sache, aber manchmal entscheiden eben doch die Feinheiten.</p>
<p>Warten wir ab, wie sich der Fall entwickelt. All das ist kein Hexenwerk. Es braucht wirklich nur die Fähigkeit, sich in den anderen hinein zu versetzen. Umso erstaunlicher ist es, dass hier noch Fehler passieren.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<h4>Update</h4>
<p id="aeaoofnhgocdbnbeljkmbjdmhbcokfdb-mousedown">Soeben (18:09 Uhr), also rund 2 Stunden nach dem Post hier, hat sich Ferrero noch mal gemeldet mit folgendem Text:</p>
<p><em>“Lieber Sebastian, wir können deinen Unmut verstehen und was dir passiert ist tut uns leid. Leider ist der Prozess, festzustellen wie der Wurm in das Produkt gekommen ist, nicht so einfach über eine Ferndiagnose nachvollziehbar. Natürlich liegt es auch in unserem Interesse der Sache genau auf den Grund zu gehen: Daher möchten wir dich bitten, uns das Produkt samt Verpackung zukommen zu lassen. Dies kannst du unfrei machen: Die Portokosten tragen wir selbstverständlich. Unsere Qualitätssicherung wird die Hintergründe genauestens überprüfen. Dabei gibt es verschiedene Methoden, die uns Aufklärung bieten – z. B. sogenannte Rückstellmuster zum Vergleich, die 1:1 identisch mit dem Produkt sind, welches dir vorliegt. Folgendes zum Hintergrund: Unsere Produkte werden nach strengsten Qualitätsanforderungen produziert. Aber selbstverständlich sind auch wir an einer schnellstmöglichen Klärung interessiert. Wie bereits angemerkt bieten wir dir daher an, dich zu kontaktieren, sobald du uns per Mail deine Kontaktdaten zugeschickt hast, da wir dich aufgrund der Facebook-Richtlinien auch gar nicht persönlich kontaktieren dürfen. Als kleinen Ausgleich senden wir dir auch gerne eine Auswahl unserer Ferrero-Produkte zu, wofür wir deine Anschrift benötigen. Die Adresse unseres Consumer Service lautet: Ferrero Consumer Service, 60624 Frankfurt am Main. Gerne versichern wir nochmals, dass wir alles daran setzen werden, dies aufzuklären. Viele Grüße, dein Küsschen-Team”</em></p>
<p id="">Ist sprachlich noch etwas holperig, aber ansonsten eine sehr gute Antwort. Geht doch!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Deutsche Bank vs. Zentrum für Politische Schönheit &#8211; Überforderung oder Strategie?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 16:25:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutsche Bank “schlägt zurück”… oder “rudert zurück”? Nach diversen Debatten, und nachdem auch die “normalen Medien” das Thema aufgegriffen haben (Quellen siehe unten), äußerte sich die Deutschen Bank nun am Freitag zu dem Fall: In einem Video war ein Pressesprecher der Deutschen Bank damit zitiert worden, die verhungernden Menschen in der dritten &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/deutsche-bank-vs-zentrum-fur-politische-schonheit-uberforderung-oder-strategie/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="aeaoofnhgocdbnbeljkmbjdmhbcokfdb-mousedown">Die Deutsche Bank “schlägt zurück”… oder “rudert zurück”? Nach diversen Debatten, und nachdem auch die “normalen Medien” das Thema aufgegriffen haben (Quellen siehe unten), äußerte sich die Deutschen Bank <a href="http://www.facebook.com/DeutscheBank/posts/310076239013658" target="_blank">nun am Freitag zu dem Fall</a>:</p>
<div>
<div><a href="http://blog.talkabout.de/wp-content/uploads/2011/12/db.png"><img title="db" src="http://blog.talkabout.de/wp-content/uploads/2011/12/db.png" alt="" width="610" height="245" /></a></div>
<div></div>
<div>In einem <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=rQ7cXnsCh0E" target="_blank">Video</a> war ein Pressesprecher der Deutschen Bank damit zitiert worden, die verhungernden Menschen in der dritten Welt seien “selbst schuld”. Daraufhin drohte die Deutsche Bank mit juristischen Schritten gegen die Künstler und Menschenrechtsgruppe “<a href="http://politicalbeauty.de/center/Aktionskunst_Politische_Schoenheit.html" target="_blank">Zentrum für Politische Schönheit</a>“. Da schon sehr unglücklich: Das Argument war nicht, dass des “Zentrum für politische Schönheit” die Unwahrheit sagte, sondern dass der Pressesprecher angeblich nicht wusste, dass er zitiert würde (siehe hierzu auch mein Posting <a href="https://plus.google.com/114620560185021689616/posts/BS2TwzDTuaB" target="_blank">vom Freitag</a>).</div>
</div>
<div>
<h4>Halbherzige Erklärung</h4>
<p>Ich finde aktuell zwei Dinge interessant: Erstens scheint die Deutsche Bank dieses Statement nur (?) über Facebook rausgegeben zu haben. Als offizielle Pressemitteilung findet sich jedenfalls nichts auf der Website der Deutschen Bank. Das kann man wohl damit erklären, dass sie ja – wie sie auf Facebook ja schreiben – der Kampagne keine weitere Öffentlichkeit geben wollen. Und zweitens finde ich die Inhalte der Erklärung sehr interessant. Im Einzelnen:</p>
<ul>
<li><em>“Damit würden wir ihm zu viel Ehre erweisen, denn es geht ihm offenbar vor allem um eine möglichst öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung mit der Bank.”</em> Natürlich geht es Herrn Ruch darum. Er ist ja Journalist! Und genau dieses Auseinandersetzung verweigert die Deutsche Bank nun der Öffentlichkeit. Dazu ist der Ton hier ist abwertend und diskreditierend. Und eigentlich steht da: “Wir wollen über das Thema nicht reden”.</li>
<li><em>“Wir halten jedoch daran fest, dass Herr Ruch nach unserer Auffassung rechtswidrig gehandelt hat,…”</em> Und im zweiten Satz gleich Rechthaberei, anstatt auf die Sache einzugehen. Die Deutsche Bank versteht nicht, dass es in der öffentlichen Debatte gar nicht darauf ankommt, ob dieses Zitat “rechtswidrig” verwendet wird. WIchtig ist, ob der Pressesprecher das gesagt hat. Gleichzeitig die Relativierung “nach unserer Auffassung”. Jemand, der überzeugt davon ist, schreibt so etwas nicht.</li>
<li><em>“…indem er ein Telefonat mit einem Pressesprecher der Bank, das <strong>nach dessen Erinnerung</strong> als Hintergrundgespräch, also nicht zum Zitieren, deklariert war, nicht nur aufgezeichnet,..” </em>Aha! “nach dessen Erinnerung”. Das ist schon wieder eine enorme Relativierung. Die Deutsche Bank distanziert sich erkennbar gleich zwei Mal  von ihren eigenen Aussagen. Da riecht man jede Faser der Verunsicherung bei der Deutschen Bank.</li>
<li><em>“…sondern auch Passagen daraus veröffentlicht hat, in denen sich der Sprecher nicht korrekt wiedergegeben sieht.” </em>Das ist ja alles gut und schön. Aber interessant wäre doch: Wie hat er es<strong><em>denn sonst</em></strong> gemeint? Dazu auch noch die halbherzige Verteidigung “des Sprechers”. Die Deutsche Bank schreibt nicht: “Er wurde falsch wiedergegeben”. Sondern “er sieht sich falsch wiedergegeben”. Ja wie denn nun?</li>
<li>Und schließlich: <em>“…Seine in dem Film wiedergegebenen Ansichten entsprechen jedenfalls nicht der Position der Deutschen Bank.”</em> Das ist eine komische Distanzierung von den eigentlichen Aussagen. Ganz am Schluss, ganz nebenbei, mit dem Zusatz “jedenfalls”, ohne die Inhalte noch einmal zu nennen, und ohne auch die wirkliche Position der Bank deutlich zu machen. Allgemeiner und mit weniger Inhalt kann man das nicht ausdrücken.</li>
</ul>
<p>Es wird deutlich: Die Deutsche Bank will sich inhaltlich nicht äußern. Ich frage mich, ob das echte Strategie, oder ob die Deutsche Bank nicht wirklich weiß, wie sie damit umgehen soll. Diese Stellungnahme ist… irgendwie gar nichts. Ich kann mir die Debatten hinter den Kulissen gut vorstellen. Da gibt es bestimmt einige, die darauf setzen wollten, wirklich in Dialog zu dem Thema zu gehen. Und andere “PR-Taktiker” der klassischen Schule, die den Dialog scheuen, weil dessen Ausgang ungewiss ist (und vielleicht auch, weil sie keine Übung darin haben). Zweitere haben sich durchgesetzt, und der Kompromiss ist etwas sehr Halbherziges.</p>
<h4>Wie wird es weiter gehen?</h4>
<p>Ich bin sehr gespannt, wie die Deutsche Bank hier weiter vorgeht. Was bisher war, ist jedenfalls weniger PR-Preis verdächtig. Erst verschafft die Deutsche Bank der Kampagne Öffentlichkeit, indem sie mit juristischen Schritten droht. Dann sagt sie, sie will doch nicht klagen, um der Kampagne keine Öffentlichkeit zu geben. Und dann kommt sie mit einer halbherzigen und sehr “unterkomplexen” Erklärung daher.</p>
<p>Ich weiß nicht, was ich mir mehr wünsche: Dass das noch weiter hochbraust, damit die Deutsche Bank mit der entsprechenden Öffentlichkeitswirksamkeit gezwungen wird, sich doch mit dem Thema (richtig) auseinanderzusetzen, anstatt zu blocken. Oder dass das doch funktioniert, und die Deutsche Bank Ruhe hat. Wenn ich auf die Kollegen in der Kommunikationsabteilung der Deutschen Bank schaue, dann wünsche ich ihnen, dass ihnen der Ärger erspart bleibt. Aber “lernen” ist ja auch nicht schlecht. Und nun ja, vielleicht sehe ich das wirklich zu eng, und es ist doch nur “irgendeine Kampagne von öffentlichkeitsgeilen Aktivisten”, die man tunlichst nicht ernst nehmen sollte, und es so zu machen wie “der Dicke” (also aussitzen), ist dann doch das Beste.</p>
<h4>Was wären die Alternativen?</h4>
<p>Die interessanteste Frage ist wohl: Was wären die Alternativen? <a href="https://plus.google.com/114620560185021689616/posts/BS2TwzDTuaB" target="_blank">Gleich am Freitag hatte ich gesagt</a>, die einzige Chance für die Deutsche Bank wäre, sich sofort und deutlich von den Aussagen ihres Pressesprechers zu distanzieren. In der letzten Konsequenz müsste sie sogar diesen Pressesprecher “freistellen”. Die Deutsche Bank hat sich jetzt (irgendwie)  distanziert. Aber alles andere als “deutlich”. Und das wirft eigentlich mehr Fragen auf, als das es beantwortet. Verwaschener kann man es auch kaum tun. Ich denke, Unternehmen werden noch eine ganze Weile in diesem “Niemandsland” verweilen. Sie müssen sich irgendwie verhalten, aber konsequent trauen sie es sich noch nicht. Wahrscheinlich wäre das auch viel zu viel verlangt. Denn bis ein Konzern wich wirklich und offen mit den Themen auseinandersetzen kann, muss im Konzern noch vieles passieren. Ich denke trotzdem, dass mittel- bis langfristig kein Weg daran vorbeigeht: Echte Transparenz herzustellen, und wirklich in Dialog zu gehen, anstatt weiter Nebelkerzen zu werfen, polemisch zu argumentieren</p>
<h2>Weitere Quellen:</h2>
<ul>
<li>Focus:<a href="http://www.focus.de/digital/internet/nahrungsmittelspekulation-deutsche-bank-distanziert-sich-von-youtube-video_aid_694789.html" target="_blank"> http://www.focus.de/digital/internet/nahrungsmittelspekulation-deutsche-bank-distanziert-sich-von-youtube-video_aid_694789.html</a></li>
<li>Süddeutsche: <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/534280" target="_blank">http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/534280</a></li>
<li>Attac: <a href="http://www.attac.de/aktuell/bankwechsel/neuigkeiten/artikel/datum/2011/12/16/deutsche-bank-opfer-von-nahrungsmittelspekulation-selbst-schuld/?L=2&amp;cHash=8848a173eb9907b0f5e883a31df373fe" target="_blank">http://www.attac.de/aktuell/bankwechsel/neuigkeiten/artikel/datum/2011/12/16/deutsche-bank-opfer-von-nahrungsmittelspekulation-selbst-schuld/?L=2&amp;cHash=8848a173eb9907b0f5e883a31df373fe</a></li>
<li>Eine juristische Bewertung: <a href="http://www.internet-law.de/2011/12/deutsche-bank-mochte-verbreitung-eines-dokumentarfilm-untersagen.html" target="_blank">http://www.internet-law.de/2011/12/deutsche-bank-mochte-verbreitung-eines-dokumentarfilm-untersagen.html</a></li>
<li>Zensurvorwurf: <a href="http://www.metronaut.de/2011/12/deutsche-bank-zensur-nahrungsmittelspekulation/" target="_blank">http://www.metronaut.de/2011/12/deutsche-bank-zensur-nahrungsmittelspekulation/</a></li>
</ul>
<h2>P.S.</h2>
<p id="">Warum diskutiere ich das hier öffentlich? Ich mache das nicht, weil ich mich bei der Deutschen Bank als Berater empfehlen will. Tatsächlich werde ich wohl das Gegenteil bewirken  . Mich interessiert nur das Thema mehr als enorm. “Wie können Unternehmen an dem öffentlichen Dialog glaubhaft teilnehmen?” ist eine Frage, die schon seit -15- 10 Jahren in meinem Profil steht. Und ich untersuche und diskutiere gerne Fälle, um möglichst daraus zu lernen, und das auch zu dokumentieren. Also: Alle sachlichen Beiträge sind willkommen.</p>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was Kühlschränke mit Spiegelneuronen zu tun haben &#8211; Krisenarbeit im Social Web</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 16:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich heute aufgrund einer Medienanfrage mit einem Fall beschäftigt, der schon rund eine Woche alt ist. Es geht um Kühlschränke und um China. Die Geschichte schnell erzählt: &#8220;Vor einem Siemens-Gebäude in Chinas Hauptstadt zerstörten einige Männer mit Hammern drei angeblich defekte Kühlschränke. Diese Aktion war ein Protest gegen die &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/was-kuhlschranke-mit-spiegelneuronen-zu-tun-haben-krisenarbeit-im-social-web/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich heute aufgrund einer Medienanfrage mit einem Fall beschäftigt, der schon rund eine Woche alt ist. Es geht um Kühlschränke und um China. Die Geschichte schnell erzählt: <em>&#8220;Vor einem Siemens-Gebäude in Chinas Hauptstadt zerstörten einige Männer mit Hammern drei angeblich defekte Kühlschränke. Diese Aktion war ein Protest gegen die Qualitätsprobleme mit den Kühlschranktüren und die ablehnende Haltung des deutschen Konzerns.&#8221;<span id="more-272"></span></em> Alle Details dazu gibt es unter anderem bei <a href="http://german.china.org.cn/china/2011-11/21/content_23971831.htm" target="_blank">http://german.china.org.cn</a>. Und diese Nachricht geht um die Welt, in Deutschland haben u.a. fast alle &#8220;Leitmedien&#8221; berichtet  (weitere Quellen am Ende des Artikels). Niemand weiß bisher, ob das zu einem wirtschaftlichen Schaden bei Siemens führt. Aber mit großer Sicherheit sind bei Siemens bzw. Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) ganz viele Manager &#8220;not amused&#8221;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-645" title="china" src="http://192.168.0.19:20207/wp-content/uploads/2011/11/china.jpg" alt="" width="660" height="400" />Quelle: http://german.china.org.cn/china/2011-11/21/content_23971831.htm</p>
<p>ie Frage (für einen Kommunikations-Professional) ist nun: Wie konnte es dazu kommen? Was kann Siemens dagegen tun?  Hätte Siemens das verhindern können? Und was kann man daraus lernen? Eine kurze Analyse dieses und ähnlicher Fälle zeigt: Es gibt ein klares Muster und deswegen auch Lösungen: So gut wie immer hat sich der Konflikt angekündigt, aber anstatt empathisch auf die Kritik zu reagieren und die Kritiker wertzuschätzen, geben sich die Unternehmen arrogant und ignorant. Dazu kommt: Die Kommunikation erfährt nichts von den Kritikern, weil diese zuerst im Customer Service oder bei Public Affairs aufschlagen, und diese die Gefahr nicht erkennen.</p>
<h4>Sachebene oder Beziehungsebene?</h4>
<p>Der gesamte Fall ist sehr undurchsichtig und von außen kaum zu beurteilen. Der chinesische Blogger Yonghao behauptet: Die Geräte sind fehlerhaft. Siemens sagt: Die Geräte sind in Ordnung. Aber was stimmt? Das ist die Kernfrage, die man beantwortet haben muss, um den Sachverhalt zu beurteilen und Handlungsoptionen zu empfehlen. Das gilt zumindest auf der Sachebene, die heute wohl überwiegend das Handeln der Unternehmen bestimmt. Aber die Sachebene spielt wahrscheinlich keine große Rolle (mehr) in diesem Fall: Schon lange scheint der Konflikt auf der Beziehungsebene ausgetragen zu werden, und die Sachebene wird dominiert von (gegenseitigem?) Rechthaben, (mangelnder) Wertschätzung und (verletzter) Ehre. So wie es aussieht, geht es also schon lange nicht mehr nur um Kühlschränke.</p>
<h4>Die Sache mit den Spiegelneuronen</h4>
<p>Der Verlauf der Geschichte erscheint klar, auch die <a href="http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13738882/Warum-deutsche-Kuehlschraenke-in-China-zertruemmert-werden.html" target="_blank">Welt online</a> hat ihn recht schön aufgearbeitet. Und er ist typisch für diese Art von Eskalation: Ein Mensch hat ein Problem. Er wendet sich an denjenigen, den er als verantwortlich erkannt hat. Dieser ignoriert ihn aber. Das empfindet er als mangelnde Wertschätzung und er beginnt, stinkig zu werden! Und das bedeutet heute: Er teilt sich anderen Menschen mit. Und andere Menschen zeigen sich loyal, weil sie es selber leid sind, ignoriert oder nicht wertgeschätzt zu werden. Das machen die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron" target="_blank">Spiegelneuronen</a>. Und wie es scheint, wirken diese nämlich auch sehr stark im Social Web &#8211; und besonders stark bei Ignoranz und Missachtung. Davor scheinen Menschen zunehmend Angst zu haben in einer Welt der Informationsüberflutung: Nicht mehr (an-)erkannt zu werden. Dieses Verhalten ist universal und global. So reagieren Menschen. Und so funktionierten alle „Shitstorms“ im Social Web in den Vergangenheit: Die Unternehmen zeigen keine Wertschätzung für die Interessen der entweder besorgten oder verärgerten Menschen oder Gruppen. Und die reagieren dann darauf.</p>
<h4>Das Gefühl der Macht</h4>
<p>Aber dabei bleibt es nicht. Der Mensch meint, ein berechtigtes Interesse zu haben, und dass er das Recht hat, be-achtet (Schreibweise ist absichtlich) zu werden. Dieses Recht leitet er auch dadurch her, dass er ja von den anderen bestärkt wird. Das ist das Problem im Social Web: Jeder findet irgendjemanden, der ihn in irgendwas bestärkt! Und ganz besonders starke Auswirkungen hat man, wenn man wie Siemens an einen besonders Einflussreichen gerät, der vielleicht noch populistisch ist, und der leicht andere Menschen mobilisieren kann, und so also extrem bestärkt wird. Und damit entsteht ein Gefühl der Stärke und Macht. Und je mehr das Unternehmen diesem Menschen die Anerkennung und Wertschätzung verweigert, desto mehr will er seine Macht ausprobieren. Das kann kulturell und charakterlich unterschiedlich sein, im Kern sind aber auch hier wieder alle Menschen gleich. Schließlich will der Blogger nur noch durchsetzen, dass er be- und ge-achtet wird. Hier beginnt die Rechthaberei, und es geht um die Ehre. Yonghao will, dass Siemens öffentlich zugibt, dass er Recht hat. Und Siemens will natürlich alles andere – nur das nicht. Dabei spielt es  keine Rolle, ob der Blogger denn nun besonderes egozentrisch oder geltungssüchtig ist. Wenn man den Schaden beenden will, dann muss man wissen, was einem wichtiger ist: Das Thema zu beenden oder einem Geltungssüchtigen die Geltung zu verweigern. Im Gegenteil: Man sollte eigentlich alle solche Gedanken schnell verbannen. Denn wenn man den anderen als geltungssüchtig ansieht, spürt er das, und das wird ihn weiter reizen.</p>
<h4>Ein typisches Muster</h4>
<p>Genau so war es bei <a href="http://www.reputation-management-blog.de/2011/10/28/halt-schlecker-seine-kunden-fur-%E2%80%9Edumm%E2%80%9C-anatomie-eines-shitstorms/" target="_blank">Schlecker</a>, die (angeblich) ihre Kunden als Deppen bezeichneten. Das war auch so bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/United_Breaks_Guitars" target="_blank">United Airlines</a>, die nicht für eine rüde Beschädigung der Gitarre des kanadischen Musikers David Carroll aufkommen wollten. Und das war so bei <a href="http://talkabout.posterous.com/alles-konstuiert-nestle-zu-verurteilen-hilft" target="_blank">Nestlé</a>, die sich partout nicht um die Orang Utans in Indonesien kümmern wollte. Und auch bei <a href="http://www.opensourcepr.de/2011/11/24/adidas-social-media-krise-tierschuetzer-euro-2012/" target="_blank">Adidas</a> war das so, die sich nicht gemüßigt fühlten, sich für die Hunde in der Ukraine einzusetzen. Typisch auch der Fall von Richard Gutjahr, der &#8220;gar nicht zum Ausdruck bringen kann&#8221;, wie groß seine &#8220;Verachtung gegenüber der Pressestelle der Deutschen Post ist&#8221;. Und das &#8220;nur&#8221;, weil die ihm <a href="http://gutjahr.biz/blog/2010/07/die-gelbe-gefahr/">nicht geantwortet</a> hat. Der Kern ist immer das Gefühl mangelnder Wertschätzung und Ignoranz auf Seiten der Kritiker. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie im Recht sind oder nicht.</p>
<div>
<dl id="attachment_2668">
<dt><a href="http://www.youtube.com/watch?v=5YGc4zOqozo"><img title="united" src="http://blog.talkabout.de/wp-content/uploads/2011/11/united1.png" alt="" width="550" height="205" /></a></dt>
<dd>&#8220;&#8230; we alerted three employees, who showed completed difference towards me.&#8221;</dd>
</dl>
</div>
<h4>Wir werden uns daran gewöhnen müssen</h4>
<p>Ob er wirklich im Recht ist oder Recht hat? Wer kann das wissen? Aber hier beginnt auch das Dilemma. Ganz egal, ob die vorgeworfenen Qualitätsmängel nun stimmen oder nicht – Siemens kann die niemals zugeben. Zumindest nicht nach herkömmlichen Maßstäben. Das wäre wohl Selbstmord. An der Stelle, wo Siemens ist, gibt es kaum noch einen Ausweg. Man muss sich heute als Unternehmen darauf einrichten, dass man Kritik im Web erntet, wenn man seinen Stakeholdern (zu Deutsch: Bezugs- und Anspruchsgruppen) nicht das Gefühl gibt, dass man sie und ihre Interessen wertschätzt. Oder schlimmer noch: Wenn man sie ignoriert. Und je nach Stimmung, Umfeld und Beteiligten, vor allem aber nach der ersten Reaktion auf die Kritik, kann sich eben diese Kritik leicht zu einem „Shitstorm“ ausweiten, also zu einem Sturm von Entrüstung, der nicht mehr sachlich ist, sondern emotional, giftig und unangemessen &#8211; komplett auf der Beziehungsebene eben.</p>
<h4>Was tun im Krisenfall?</h4>
<p>Kann man das vermeiden? Kurzfristig kaum. Man kann sich gut erklären, kann versuchen, seine Perspektive überall Publik zu machen, man muss dann bei seiner Geschichte bleiben und es einfach aussitzen. Dazu kann man versuchen, andere Themen in der Öffentlichkeit zu setzen, die von der negativen Debatte ablenken und vielleicht positiver behaftet sind. Am besten ist es aber, so schnell wie möglich von „Abwehr“ auf „Wertschätzung“ umschalten. Wie weit man gehen kann, hängt von der Sachlage ab. Aber die Empfehlung ist: So weit wie irgend möglich! Vielleicht ist das auch die Erklärung dafür, dass die Stuttgart-21-Gegener in der Volksabstimmung so wenig Menschen mobilisieren konnten. Dass nämlich vorher die vielen Menschen gar nicht wegen des Bahnhofs reagierten, sondern wegen der arroganten Art von Mappus und anderer Beteiligter? Und hat sich dieser Ärger mit der Schlichtung durch Geißler erledigt? Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: <em>„Sich zu entschuldigen bedeutet nicht, dass der andere Recht hat und man selbst Unrecht. Sich zu entschuldigen sagt dem anderen, dass einem die Beziehung wichtiger ist, als sein eigenes Ego.“</em> Und darauf kommt es an, wenn Diskussionen auf der Beziehungsebene abgekommen sind. „Siemens verhält sich arrogant wie ein chinesisches Staatsunternehmen“, sagte der Luo Yonghao dem <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/blogger-zertruemmert-siemens-kuehlschrank/5867262.html?p5867262=all" target="_blank">Handelsblatt</a>. Und weiter: „Eigentlich eine Petitesse“, zitiert ihn die <a href="http://www.wiwo.de/erfolg/gruender/internetkampagne-siemens-ringt-in-china-mit-bloggern-um-sein-image/5761842.html" target="_blank">Wirtschaftswoche</a>. „Aber der Vorgang steht stellvertretend dafür, wie Siemens mit seinen Kunden umgeht.“ Das sagt viel aus.</p>
<h4>Beziehungen sind gefragt</h4>
<p>Langfristig kann man allerdings viel tun. Das fängt an, insbesondere zu den einflussreichen Menschen im Social Web eine gute Beziehung aufzubauen; und dazu ein spezifisches und „soziales“ Profil im Social Web. Aber Achtung, hier sind „Authentizität“ (also nicht „so tun als ob“) und auch „Integrität“ (also auch dazu zu stehen) von großer Bedeutung. Sonst geht der Schuss komplett nach hinten los. Man muss sich frühzeitig um Fürsprecher bemühen und an seinem eigenen Image arbeiten, denn das ist die Projektionsfläche für die Kritik, und auch für die unbeteiligte Öffentlichkeit, die dem Konflikt zuschaut und irgendwann ihr Urteil fällt. Zudem hilft es, wenn das Unternehmen ein Gesicht bekommt, wenn die Beziehungen zu echten Menschen aufgebaut werden, die auch im Krisenfall für das Unternehmen stehen. All das hilft einem im Krisenfall, weil es sehr darauf ankommt, ob man erstens in der Lage ist, seine eigene Perspektive in die Debatte einzubringen, und zweitens wer diese einbringt.</p>
<h4>Alle diese Krisen kündigen sich an!</h4>
<p>Vor allem kann man aber präventiv tätig werden. Es braucht eine enge Verzahnung zwischen Customer Service und Kommunikation. Oder auch zwischen Public Affairs und Kommunikation – zum Beispiel bei Nestlé. Aber eigentlich zu einer engen Verzahnung aller Geschäftsbereiche und zu einer größeren Bewusstheit für die Wirkungen des Social Web. Fast alle bekannten Fälle von Shitstorms haben sich angekündigt. Greenpeace hatte bereits über Jahre von Nestlé gefordert, kein Palmöl mehr bei Sinar Mas einzukaufen. Die Tierschützer hatten bei Adidas vorher um Unterstützung gebeten. Und Dave Caroll hatte sich vorher auch mehrfach an United Airlines gewandt. Die entsprechenden Stellen müssen ein Gefühl dafür entwickeln, welcher ihrer Kunden ein echtes Problem hat. Idealerweise ist das CRM mit einem Social Media Monitoring verknüpft, und man lässt besondere Vorsicht walten bei einflussreichen Menschen. Und idealerweise fängt man an, wirklich zu einem serviceorientieren Unternehmen zu werden.</p>
<h4>Die Kür: Das empathische Unternehmen</h4>
<p>Die Maßnahmen, die man treffen kann, sind also vielfältig. Und sie haben alle eines gemeinsam: Empathie, also sein Geschäft im Sinne der Interessen seiner Stakeholder betreiben. Wie weit man in der Empathie geht, hängt vom konkreten Geschäftsmodell ab. Es gibt Indizien dafür, dass Empathie einer der wichtigsten Wertschöpfungsfaktoren der Zukunft wird. Denn ein empathisches Unternehmen kann Menschen an sich binden und sie aktivieren. Aber jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, ob sich die Empathie strategisch auf alle Stakeholder bezieht, oder ob man nur taktisch empathisch zu denjenigen Menschen ist, die besonders einflussreich sind. Aber an Empathie führt kein Weg vorbei, es sei denn, man ignoriert die Stakeholder vollends und kann es sich auch leisten.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Folgende Medien berichteten (Auswahl):</p>
<ul>
<li><a href="http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:out-of-office-siemens-kuehlschrank-eiskalt-erwischt/60132811.html" target="_blank">Financial Times Online</a></li>
<li><a href="http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/china-blogger-zertruemmert-siemens-kuehlschrank/5867328.html" target="_blank">Wirtschaftswoche Online</a> und auch <a href="http://www.wiwo.de/erfolg/gruender/internetkampagne-siemens-ringt-in-china-mit-bloggern-um-sein-image/5761842.html" target="_blank">hier </a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CFsQqQIwAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fprint%2Fdie_welt%2Fvermischtes%2Farticle13738882%2FWarum-deutsche-Kuehlschraenke-in-China-zertruemmert-werden.html&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNGoctTZAKCajr96ktACOjXt7aiGmw&amp;sig2=tbMLAjeWWywxvvCnFJsFuw" target="_blank">Welt Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=3&amp;ved=0CGgQFjAC&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2FZDFmediathek%2Fbeitrag%2Fvideo%2F1498618%2FChina-Kuehlschrank-Protest-gegen-Siemens&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNEN6gK5UWLB4XQlnRRcJzrUdIau0w&amp;sig2=Qos9-1ukCwxpHNaecaJ3Vg" target="_blank">ZDF Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=6&amp;ved=0CH0QFjAF&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.handelsblatt.com%2Funternehmen%2Findustrie%2Fblogger-zertruemmert-siemens-kuehlschrank%2F5867262.html%3Fp5867262%3Dall&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNGq6FbJ2QR2llMH_c0Xzq4I6wm99g&amp;sig2=SPtf2W05MUZgk2xGyGTJAg" target="_blank">Handelsblatt Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=8&amp;ved=0CIoBELcCMAc&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.nzz.ch%2Fnachrichten%2Fpanorama%2Fimage-desaster_fuer_siemens_1.13373047.html&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNFOwmLLNoPv0naJAq37ZI45VLiiAA&amp;sig2=n0UtJBGI3bs5xqccx5Drtw" target="_blank">NZZ Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=9&amp;ved=0CJMBEBYwCA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.heute.de%2FZDFforum%2Fforen%2Fheute%2FF7676%2Fmsg3061265.php&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNFeenbY4xFcXwFipz0pmojQHZm13A&amp;sig2=k_qFxv0dPnT_YcNBln6SKQ" target="_blank">heute.de</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=10&amp;ved=0CJkBEBYwCQ&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.fr-online.de%2Fwirtschaft%2Ffrust-wegen-siemens-chinese-will-siemens-kuehlschrank-zertruemmern%2C1472780%2C11167006%2Cview%2CasFitMl.html&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNFAx5LzW6fu-wVeiS8T3R5rlR36Ng&amp;sig2=fysFSEGFDXxT0Ygw4qpKpg" target="_blank">Frankfurter Rundschau Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=17&amp;ved=0CKIBEBYwBjgK&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.stuttgarter-zeitung.de%2Finhalt.chinesischer-blogger-die-causa-kuehlschrank.8e7626e6-49fa-4363-99f5-5ea5d07e29eb.html&amp;ei=hF_UTrX5PM-q8QPiosz1AQ&amp;usg=AFQjCNGAm6l1aiTlnX1pP1dBwjPkiYprtQ&amp;sig2=hKt0Nz06AuhVnXNVrVbBKg" target="_blank">Stuttgarter Zeitung Online</a></li>
<li><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=china%20k%C3%BChlschrank%20siemens&amp;source=web&amp;cd=5&amp;ved=0CHYQFjAE&amp;url=http%3A%2F%2Fpr-blogger.de%2F2011%2F11%2F24%2Fdie-macht-der-kunden-siemens-unter-druck-aus-china%2F&amp;ei=jl7UTtb9BoTj8APTxcWlAg&amp;usg=AFQjCNFVo4C46YuONZ1Qi7lyngYonm_h-A&amp;sig2=6Gaz2GRh6kGiF31TTSkOWg" target="_blank">PR Blogger</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Zur Diskussion: Renaissance der &#8220;Öffentlichkeits-ARBEITER&#8221;?</title>
		<link>http://www.social-media-krise.de/zur-diskussion-renaissance-der-offentlichkeits-arbeiter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=zur-diskussion-renaissance-der-offentlichkeits-arbeiter</link>
		<comments>http://www.social-media-krise.de/zur-diskussion-renaissance-der-offentlichkeits-arbeiter/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 16:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Die These: „Wir stehen vor einer Renaissance des Begriffs &#8216;Öffentlichkeits-ARBEITER&#8216;. Denn das wird es in Zukunft brauchen, damit Unternehmen echte &#38; ehrliche Beziehungen zu ihren Öffentlichkeiten aufbauen: Kommunikations- Professionals, die wirklich in, mit und im Dienste der Öffentlichkeit ARBEITEN. Quasi als Street-Worker, nur dass die Straße das Social Web ist. Wer (außer den Managern) will schon &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/zur-diskussion-renaissance-der-offentlichkeits-arbeiter/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die These: „Wir stehen vor einer Renaissance des Begriffs &#8216;Öffentlichkeits-<em><strong>ARBEITER</strong></em>&#8216;. Denn das wird es in Zukunft brauchen, damit Unternehmen echte &amp; ehrliche Beziehungen zu ihren Öffentlichkeiten aufbauen: Kommunikations- Professionals, die wirklich <em>in</em>, <em>mit </em>und <em>im Dienste</em> der Öffentlichkeit <em><strong>ARBEITEN</strong></em>. Quasi als Street-Worker, nur dass die Straße das Social Web ist. Wer (außer den Managern) will schon ‚Kommunikations-Manager‘, die sich nicht die Hände schmutzig machen?“</p>
<img class="alignnone size-full wp-image-696" title="streetworker" src="http://192.168.0.19:20207/wp-content/uploads/2011/10/streetworker.jpg" alt="" width="665" height="339" />
<p>Quelle: nw-news.de (http://bit.ly/kPcSuy)</p>
<p>Was meinen Sie dazu?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Alles konstruiert. Nestlé zu verurteilen hilft weder dem Urwald noch dem Orang-Utan.</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 06:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich will mich nicht als Verteidiger von Nestlé aufspielen. Ich kenne das Unternehmen nicht, und ich würde niemals wagen zu sagen, Nestlé sei ohne Schuld. Ich möchte mich auch nicht als Ankläger von Greenpeace aufspiele, denn ich finde es wirklich gut, wie sich Greenpeace einsetzt. Ich fühle mich allerdings „verkackeiert“. Denn &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/alles-konstruiert-nestle-zu-verurteilen-hilft-weder-dem-urwald-noch-dem-orang-utan/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich will mich nicht als Verteidiger von Nestlé aufspielen. Ich kenne das Unternehmen nicht, und ich würde niemals wagen zu sagen, Nestlé sei ohne Schuld. Ich möchte mich auch nicht als Ankläger von Greenpeace aufspiele, denn ich finde es wirklich gut, wie sich Greenpeace einsetzt. Ich fühle mich allerdings „verkackeiert“. Denn ich kann keinerlei Belege für die Behauptungen von Greenpeace finden, Nestlé vernichte Orang-Utans und Regenwald. Nur viele Behauptungen, schlimme Bilder, Nebelkerzen, Unterstellungen und Kommunikationstricks, die einen Zusammenhang suggerieren.</strong></p>
<div>
<div id="aeaoofnhgocdbnbeljkmbjdmhbcokfdb-mousedown">
<h4><strong>Also was ist passiert?</strong></h4>
<p><img class="alignleft" style="margin-right: 10px; margin-top: 0px; margin-left: 0px; margin-bottom: 0px;" src="http://getfile1.posterous.com/getfile/files.posterous.com/talkabout/z0k60MGHCKLWKyGYWMrUeBS3N3mlzHjWB2AWaYwBpUBdjMD0Ywr1Y706goJw/image001.jpg.scaled696.jpg" alt="Image001" width="280" height="400" />Ich habe in meinem letzten Blogpost kritisiert, dass Greenpeace nicht dazu beiträgt, dass der sehr komplexe Sachverhalt etwas deutlicher wird. Dabei geht es mir gar nicht um die Sache: Die erscheint mir unzweifelhaft gegeben. Es ist wohl unstrittig, dass in Indonesien und Malaysia eine ungeheure Umweltzerstörung stattfindet, die ohne Frage zu verurteilen ist. Das hat bisher nur offensichtlich niemanden interessiert. Auf die Agenda kam das Thema erst, als Greenpeace behauptet hat, Nestlé wäre Schuld. Aber die genaue Rolle von Nestlé blieb im Nebel.</p>
<p>Und heute habe ich von Greenpeace den Link zu einer Broschüre geschickt bekommen, welche eben diesen Nebel lichten soll. Und ich bin enttäuscht worden.</p>
<p><strong>Greenpeace hat eine Broschüre veröffentlicht mit dem Titel: „Auf Frischer Tat ertappt – wie Nestlé mit dem Anbau von Palmöl Regenwälder und Orang-Utans vernichtet.“ (siehe auch<a href="http://scribd.com/doc/28739076">http://scribd.com/doc/28739076</a>)</strong></p>
<p><strong>Was sagt die Broschüre – und was verschweigt sie?</strong></p>
<p>Wenn man sich die Broschüre genauer anschaut, sieht man folgendes:</p>
<ul>
<li> Die Broschüre umfasst 16 Seiten mit vielen eindringlichen Bildern</li>
<li> Der Text umfasst und 28.301 Zeichen Text (inklusive Leerzeichen).</li>
<li> Davon entfallen auf Nestlé: 2.292 Zeichen (inklusive Leerzeichen).</li>
<li> Und davon entfallen auf allgemeine Beschreibungen von Nestlé ohne Zusammenhang mit dem Palmöl oder auf von Nestlé unbestrittene Fakten: 2.100 Zeichen.</li>
</ul>
<p>Inhaltlich stützen die Kausalität zwischen der Umweltzerstörung und Nestlé genau zwei Aussagen mit 192 [sic!] Zeichen</p>
<ul>
<li> „Das Unternehmen ist ein großer Abnehmer von Palmöl &#8211; mit steigender Tendenz.“</li>
<li> „Laut eigenen Aussagen hat sich der Palmöl-Verbrauch von Nestlé in den letzten Jahren auf 320.000 Tonnen verdoppelt“</li>
</ul>
<p>Wenn man diese Aussagen für sich genommen liest, scheinen sie plausibel. „Ein großer Abnehmer“ klingt nach Mitverantwortung und eine Verdoppelung klingt dramatisch. Was das aber nicht beantwortet: Wie viel der 320.000 Tonnen bezieht Nestlé von Sinar Mas und wie viele Tonnen kommen von anderen Herstellern?  Wie hoch ist die weltweite Produktion von Palmöl, wie hoch die von Indonesien?  Was bedeutet „in den letzten Jahren“? In den letzten „20“ Jahren? Oder in den letzten „2“ Jahren?</p>
<p><strong></strong>Und damit man den Anteil von Nestlé an der Zerstörung und auch eine mögliche Marktmacht beurteilen könnte, würde mich auch interessieren: Wie viel Palmöl produziert Sinar Mas insgesamt? Wie viel des durch Sinar Mas produzierten Palöls nimmt Nestlé ab? Wer sind die anderen Kunden von Sinar Mas?</p>
<p>Nicht Greenpeace, sondern Nestlé gibt darauf die Antworten (<a href="http://bit.ly/9VBh4i">http://bit.ly/9VBh4i</a>)</p>
<ul>
<li>Die globale Produktion von Palmöl beträgt 42 Millionen Tonnen.</li>
<li>Indonesien produziert rund 19 Millionen und Malaysia rund 18 Millionen Tonnen.</li>
<li>Nestle nimmt 0,7 Prozent der weltweiten Produktion ab (320.000 Tonnen)</li>
<li>6 Millionen Tonnen des durch Malaysia und Indonesien exportierten Palmöls geht nach China, 4,5 Millionen in die EU und 3,9 Millionen Tonnen gehen nach Indien.</li>
</ul>
<p>Und wofür das ganze Palmöl verwendet wird, klärt der WWF recht gut auf:<a href="http://www.wwf.de/themen/landwirtschaft/agrarrohstoffe-und-weltmaerkte/palmoel/produkte/">http://www.wwf.de/themen/landwirtschaft/agrarrohstoffe-und-weltmaerkte/palmoel/produkte/</a></p>
<p>Warum bringt Greenpeace nicht diese, wie ich finde, absolut relevanten Fakten? Die Antwort ist klar: Sie zerstören sofort das Bild, dass Nestlé die bösen Buben sind.</p>
<p><strong>Weitere Ungereimtheiten</strong></p>
<p>Zudem gibt es eine ganze Reihe von Aussagen in der Greenpeace Broschüre, die einen geübten Kommunikationsmenschen aufhorchen lassen. Zum Beispiel:</p>
<p>„Das Chocoladenwerk Hamburg, wo Nestlé den Riegel KitKat herstellt, wird von IOI (Loders Croklaan), einem weiteren wichtigen Palmölproduzenten beliefert. Greenpeace konnte aufzeigen, dass IOI im Jahr 2009 mehrere Schiffladungen mit Sinar Mas Palmöl erhalten hat.“</p>
<p>Handelt es sich um einen schlechten Text oder um eine schlechte Manipulation. Hier steht nur, dass IOI „mehrere Schiffladungen mit Sinar Mas Palmöl erhalten hat“, und dass IOI das Chocoladenwerk Hamburg beliefert. Hier steht nicht, dass Greenpeace aufzeigen konnte, dass <em>das Chocoladenwerk Hamburg</em> „mehrere Schiffladungen mit Sinar Mas Palmöl erhalten hat“.</p>
<p><strong>Alles nur konstruiert</strong></p>
<p>Es scheint mir immer wahrscheinlicher, dass Greenpeace ganz systematisch etwas konstruiert, um ihrer Kampagne Nachdruck zu verleihen. Das ist ja auch aufgegangen. Indem man Nestlé als „unfreiwilliges Zugpferd“ der Kampagne auserkoren hat, hat das Ding wirklich mehr Pep und Dramatik.</p>
<p>Unter dem Strich hat die Greenpeace Kampagne nur eines gezeigt: Dass Nestlé Fehler in der PR macht. Alles andere lässt sich nicht halten. Es ist wirklich schade, wie viele Vorlagen dann Nestlé Greenpeace geliefert hat. Eigentlich wäre das Konstrukt von Greenpeace einfach einzureißen gewesen. Kann man nur hoffen, dass die PR-Leute in potenziell betroffenen Unternehmen in Zukunft besser mit so etwas umgehen  &#8211; und vielleicht auch die Lage besser analysieren.</p>
<p>Und es ist zu hoffen, dass jetzt eine Debatte über Palmöl an sich beginnt. Laut WWF (Link siehe oben) ist die ja mindestens 12 Jahre alt. Gefordert ist vor allem auch die EU. Die kann wirklich etwas erreichen, wenn sie eine einheitliche Kennzeichnungspflicht in Europa einführt. Denn laut WWF muss Palmöl nicht explizit ausgewiesen werden. Und wenn die EU eine solche Kennzeichnungspflicht besteht, kann der Konsument auch palmölhaltige Produkte boykottieren.</p>
<p>Nestlé hat inzwischen jedenfalls angekündigt, auch die Beschaffungswege ihrer Zulieferer transparent zu machen, u<a href="http://www.guardian.co.uk/sustainable-business/nestle-cargill-palmoil" target="_blank">nd den Bezug von Sinar Mas Palmöl über Zulieferer definitiv zu vermeiden</a>. Ob das den erwünschten Druck auf Sinar Mas ausübt? Nun ja, nach den Zahlen oben hat Nestlé nach vernünftigen Schätzungen maximal 1 Prozent des durch Sinar Mas produzierten Palmöls abgenommen. Ob das reicht, Sinar Mas in die Knie zu zwingen?</p>
<p><strong>Mein Fazit: Nestlé zu verurteilen hilft weder dem Urwald noch dem Orang-Utans.</strong></p>
<p id="">Unter dem Strich bin ich etwas ratlos. Da hat mich Greenpeace aufgerüttelt, ich habe fast zwei Tage damit verbracht, mir eine differenzierte Meinung zu bilden, und stehe doch irgendwie mit leeren Händen da. Nestlé zu verurteilen hilft aus meiner Sicht weder dem Urwald noch dem Orang-Utans. Ich würde gerne auf alle Produkte verzichten, die irgendwie Palmöl (aus Indonesien) enthalten. Aber mangels gesetzlicher Regelung werde ich sie wohl nicht identifizieren können. Also kommt, Greenpeace, macht mal Druck auf die EU! Denn die muss was tun, damit wir etwas wirklich Sinnvolles tun können: Nämlich <strong>alle</strong> Produkte mit Palmöl zu boykottieren, und nicht nur KitKat.</p>
</div>
</div>
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		<title>Greenpeace vs. Nestlé &#8211; gerechter Kampf um die Sache oder Propaganda ohne Rücksicht auf Verluste?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 06:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>talkabout</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Kikat]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsfehler]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein schon alter Artikel (von 2010) aber immer noch interessant zu lesen, wie ich finde. Greenpeace macht mobil. Gegen Nestlé. Und Greenpeace zieht alle Register: Kindchenschema, Schockvideos, virale Verbreitung, David gegen Goliath, Zensurvorwürfe. Greenpeace lässt fast nichts aus, um Aufmerksamkeit zu generieren, Greenpeace nutzt alles, worauf die Community sensibel reagiert. Und &#8230; <span class="excerpt-read-more"><a href="http://www.social-media-krise.de/greenpeace-vs-nestle-gerechter-kampf-um-die-sache-oder-propaganda-ohne-rucksicht-auf-verluste/">Hier weiterlesen &#187;</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein schon alter Artikel (von 2010) aber immer noch interessant zu lesen, wie ich finde.</em></p>
<header></header>
<header><strong>Greenpeace macht mobil. Gegen Nestlé. Und Greenpeace <a href="http://www.greenpeace.org/international/campaigns/climate-change/kitkat">zieht alle Register</a>: Kindchenschema, Schockvideos, virale Verbreitung, David gegen Goliath, Zensurvorwürfe. Greenpeace lässt fast nichts aus, um Aufmerksamkeit zu generieren, Greenpeace nutzt alles, worauf die Community sensibel reagiert. Und sie scheint mir extrem erfolgreich. Sie trifft ins Herz der Verbraucher, und sie trifft direkt die betriebswirtschaftlichen Interessen von Nestlé: Das Bild vom blutenden Orang-Utan-Finger wird sich in das Gehirn eines jeden Menschen eingebrannt haben, der diesen Spot gesehen hat, und er wird dort für immer mit &#8220;KitKat&#8221; verbunden sein. </strong><img class="alignnone size-full wp-image-863" title="kitkat" src="http://www.social-media-krise.de/wp-content/uploads/2012/04/kitkat.jpg" alt="" width="660" height="400" /></header>
<div>
<div id="">
<p>Ich persönlich fange an, mir Sorgen zu machen. Ich halte mich für einen tendenziell überdurchschnittlich gut informierten Menschen, der auch in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Aber der Fall Greenpeace versus Nestlé fängt an, mich zu verunsichern. Ich fange an mir Sorgen darüber zu machen, ob die ehemals Ohn-Mächtigen anfangen, Macht zu missbrauchen. Der Zugang zu Massenmedien war früher ein Machtinstrument. Und diese Macht wurde von vielen Mächtigen missbraucht – auch weil das &#8220;gemeine Volk&#8221; nicht in der Lage war, sich adäquat eine Meinung zu bilden.</p>
<h4>Meinungsbildung im Vorbeigehen?</h4>
<p>Ich habe heute einen kurzen Twtpoll auf Twitter gestellt. <a href="http://twtpoll.com/lt257f">http://twtpoll.com/lt257f</a>, weil mich interessiert hat, wie diese Kampagne wirkt. Welchen Einfluss sie auf die Meinungsbildung hat. Bisher haben nur knapp 40 Leute geantwortet, trotzdem bestätigt das Ergebnis eine Vermutung: Die meisten Menschen übernehmen die Argumentation von Greenpeace ziemlich unkritisch. Mehr als 50 Prozent verbreiten die Nachricht ungeprüft weiter. Ist das repräsentativ? Nein. Ist es einer Debatte wert? Ich meine ja. Denn es zeigt, wie Social Media wirkt. Und es zeigt die Gefahr des Missbrauchs.</p>
<div data-posterous-file-list="%5B%7B%22large%22%3A%22http%3A%2F%2Fgetfile0.posterous.com%2Fgetfile%2Ffiles.posterous.com%2Ftalkabout%2FBbRGgnc3PpGDnqAaxhg7XJYuQ7PZgW4P6Lj6AdSv3jIZTSs33c4eOyXn3pJM%2Fimage003.jpg%22%2C%22originalWidth%22%3A%22726%22%2C%22largeWidth%22%3A%22726%22%2C%22thumb%22%3A%22http%3A%2F%2Fgetfile2.posterous.com%2Fgetfile%2Ffiles.posterous.com%2Ftalkabout%2FWs4DM7lQgAnEVmHiczoeba2scli1Pe0StMgndTduilQdBZQ3SMlLLSyKThYM%2Fimage003.jpg.thumb.jpg%22%2C%22originalHeight%22%3A%22812%22%2C%22largeHeight%22%3A%22812%22%2C%22thumbWidth%22%3A%2236%22%2C%22height%22%3A%22778%22%2C%22main%22%3A%22http%3A%2F%2Fgetfile0.posterous.com%2Fgetfile%2Ffiles.posterous.com%2Ftalkabout%2FBbRGgnc3PpGDnqAaxhg7XJYuQ7PZgW4P6Lj6AdSv3jIZTSs33c4eOyXn3pJM%2Fimage003.jpg.scaled696.jpg%22%2C%22thumbHeight%22%3A%2236%22%2C%22originalSize%22%3A%2264%22%2C%22original%22%3A%22http%3A%2F%2Fgetfile0.posterous.com%2Fgetfile%2Ffiles.posterous.com%2Ftalkabout%2FBbRGgnc3PpGDnqAaxhg7XJYuQ7PZgW4P6Lj6AdSv3jIZTSs33c4eOyXn3pJM%2Fimage003.jpg%22%2C%22width%22%3A%22696%22%7D%5D" data-posterous-image-gallery-initialized="true" data-posterous-image-gallery="true" data-posterous-options="%7B%22zipFile%22%3Anull%2C%22zipFileSize%22%3Anull%2C%22external_url%22%3Anull%2C%22showDownload%22%3Atrue%2C%22url_slug%22%3A%22greenpeace-vs-nestle-gerechter-kampf-um-die-s%22%7D"><a href="http://talkabout.posterous.com/greenpeace-vs-nestle-gerechter-kampf-um-die-s#"><img id="mainImage" src="http://getfile0.posterous.com/getfile/files.posterous.com/talkabout/BbRGgnc3PpGDnqAaxhg7XJYuQ7PZgW4P6Lj6AdSv3jIZTSs33c4eOyXn3pJM/image003.jpg.scaled696.jpg" alt="" width="660" height="760" /></a></div>
<p>Die Kampagne von Greenpeace ist – ganz neutral gesprochen – <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Populismus">populistisch</a>, und ich befürchte, sie ist auch ebenso <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polemik">polemisch</a> wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda">propagandistisch</a>. Denn so langsam fange ich an zu glauben, dass es auch Greenpeace mit der Wahrheit nicht so wichtig ist. Ich kenne nicht alle Hintergründe. Und weil das Thema so komplex ist, müsste man sich auch ausführlich mit dem Thema beschäftigen. Mein Eindruck ist jedoch, dass es Greenpeace nicht wirklich und nicht ausschließlich um die Sache geht. Greenpeace geht es um maximale Aufmerksamkeit, und auch vorsätzlich erzeugten Schaden. Für Greenpeace gilt nicht nur &#8220;ohne Rücksicht auf Verluste&#8221;, für Greenpeace ist der Schaden gewollt. Da ist es ganz egal, ganz auch menschliche Schicksale mit Nestlé verbunden sind. Denen geschieht es offensichtlich recht.</p>
<h4>Nestlé macht entscheidende Fehler</h4>
<p>Nachdem Greenpeace die Kampagne gestartet hat, hat Nestlé offensichtlich ein paar Fehler gemacht. Das Video von YouTube löschen zu lassen, war taktisch nicht klug – und Greenpeace hat das ausgenutzt. Und es gab sicherlich auch einige (wahrscheinlich individuelle) Fehler in der Kommunikation  – und Greenpeace hat das ausgenutzt. Aber dann hat Nestlé auch inhaltlich reagiert und erklärt, Hintergründe deutlich gemacht: In einer <a href="http://presse.nestle.de/presseinfo/nestle_1398/">deutschen Pressemitteilung</a> ebenso wie in einer <a href="http://www.nestle.com/MediaCenter/SpeechesAndStatements/AllSpeechesAndStatements/statement_Palm_oil.htm">internationalen Erklärung</a>. Ich persönlich halte die Argumentation für gut und nachvollziehbar. Und ich glaube auch nicht, das Unternehmen per se schlecht und unverantwortlich handeln.</p>
<h4>Und was macht Greenpeace?</h4>
<p>Greenpeace hatte Nestlé vorgeworfen, das Palmöl <a href="http://www.greenpeace.org.uk/blog/forests/kit-kat-give-orang-utan-break-20100317">von dem Lieferanten Sinar Mas</a> zu beziehen. Nestlé hat klar kommuniziert, dass sie <a href="http://www.nestle.com/MediaCenter/SpeechesAndStatements/AllSpeechesAndStatements/statement_Palm_oil.htm">kein Palmöl von Sinar Mas einkaufen</a>. Anstatt den Dialog zu suchen, verweist Greenpeace ohne weiter Details darauf, dass eben Nestlé nun das Palmöl <a href="http://www.greenpeace.org.uk/blog/forests/quick-response-nestle-not-much-report-20100317">indirekt von Sinar Mas bezöge</a>. Nachweise? Keine! Präzisierung wie viel? Nichts. Stattdessen beschwert sich Greenpeace über den angeblich unlauteren Versuch der Zensur. Was hat das jetzt damit zu tun? Aber auch das haben wir gelernt: Wer einmal in den Verdacht einer unlauteren Handlung gekommen ist, darf sich auch mit legalen Mitteln nicht dagegen wehren. Wer richtig mit dem Social Web spielt, beruft sich einfach auf &#8220;Zensur&#8221; und kann so sicherstellen, dass auch illegale oder illegitime Inhalte erhalten bleiben. Interessiert da noch die inhaltliche Debatte?</p>
<h4>Wäre der Verbraucher nicht der richtige Adressat?</h4>
<p>Ich persönlich kenne mich mit der Verwendung von Palmöl nicht aus. Aber ich vermute, nicht nur Nestlé benötigt zur Herstellung von Schokolade <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Palm%C3%B6l">Palmöl</a>. Greenpeace wendet sich an den falschen. Der richtige Adressat der Kampagne wäre nicht Nestlé, sondern der Verbraucher. Denn der verlangt und kauft Schokolade. Oder Kosmetikprodukte mit Palmöl. Oder Reinigungsmittel. Wenn es Greenpeace ernst sein würde mit dem Schutz der Orang-Utans, dann würde sie das thematisieren, und nicht nur einen einzelnen Konzern attackieren. Aber Nestlé war ja schon früher in der Kritik, Nestlé ist also ein wirklich geeignetes Opfer. Greenpeace geht es aber nicht um die Orang-Utans. Greenpeace geht es lediglich um die Publicity. Und um eine Art Klassenkampf. Aktuell trifft es eben Nestlé &#8220;pars pro toto&#8221;. Anscheinend einfach Pech gehabt, meint Greenpeace.</p>
<h4>Was lerne ich persönlich daraus?</h4>
<p>Bestimmt ist nicht alles gut, was Nestlé tut. Nestlé kann sicherlich noch mehr für den Schutz des Regenwaldes tun, als sie es aktuell tun. Nestlé hat sicherlich auch jahrelang von der Zerstörung der Regenwälder profitiert und sich schuldig gemacht. Aber nach meiner Meinung kann Unrecht nicht Unrecht legitimieren. Und was Greenpeace tut, ist Unrecht. Es ist rechthaberisch, verletzend, schädigend, polemisch und manipulativ. Ich freue mich, dass Greenpeace mich auf den Vorgang aufmerksam gemacht hat. Aber der Imageschaden bei Greenpeace ist bei mir persönlich deutlich größer als der bei Nestlé.</p>
<p id="aeaoofnhgocdbnbeljkmbjdmhbcokfdb-mousedown">Denn ich fange auch langsam an, mich auf die Seite des schwächeren zu stellen. Und im Social Web scheinen mir die Unternehmen die schwächeren zu sein. Sie haben vermeintlich kaum eine Chance, gegen solche Form von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda">Propaganda</a> vorzugehen. Schade eigentlich um das Social Web. Denn durch solchen Missbrauch könnte bald das Medium in Verruf geraten.</p>
<p>Hier geht es übrigens weiter! <strong><a href="http://www.social-media-krise.de/alles-konstruiert-nestle-zu-verurteilen-hilft-weder-dem-urwald-noch-dem-orang-utan/">&#8220;Alles konstruiert. Nestlé zu verurteilen hilft weder dem Urwald noch dem Orang-Utan.&#8221;</a></strong></p>
</div>
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